Presse:
Einzigartige Kunstausstellung:
„Picasso auf Langeoog“
Im „Haus der Insel“ auf Langeoog ist vom 05. Mai bis 06. November
2005 ein Querschnitt aus dem Leben und Werk des spanischen Künstlers Pablo
Picasso (1881–1973) zu bewundern. Besonders stolz zeigt sich die Kurverwaltung
über die deutsche Premiere dieser Ausstellung auf der ostfriesischen Insel.
Zusammenarbeit mit Meisterdrucker
Fernand Mourlot
Erst spät - im Alter von 64
Jahren - begann Picasso mit der Technik der Lithografie zu experimentieren, da
ihn die vielfältigen Variationsmöglichkeiten faszinierten. Heute gelten
seine Grafiken als wichtige und eigenständige Werkgruppe innerhalb seines
vielseitigen Oeuvres. Zusammen mit dem Meisterdrucker Fernand Mourlot (1895-1988)
revolutionierte Picasso die Technik der Lithografie. Immer neue technische Varianten
und Arbeitsweisen setzten neue Masstäbe in der Technik dieser klassischen
Drucktechnik.
„Herzstück“ der Ausstellung ist ein fast 30 großformatige
Lithografien umfassender Werkblock. Diese Lithografien repräsentieren einen
Höhepunkt der experimentellen Druckgrafik des 20 Jahrhunderts.
Da ihm die Arbeit mit den Lithosteinen schnell wegen des grossen Gewichtes zu
mühsam wurde, experimentierte er kurz nach Beginn der Zusammenarbeit mit
Fernand Mourlot ab November 1945 mit alternativen Druckträgern, so zum Beispiel
mit Aluminium- und Zinkplatten und sogar mit Glasplatten und brachte Mourlot und
seinen Werkstattleiter Gaston Tutin des öfteren, ob der scheinbaren Unmöglichkeit
zur Umsetzung seiner Ideen, an den Rande der Verzweiflung. Mehrere dieser zu den
seltensten grafischen Arbeiten Picassos zählenden Zustands- und Probedrucke
werden in der Ausstellung gezeigt.
Diese Lithografien veranschaulichen
dem Betrachter zudem die von Picasso geschaffene Methamorphose eines einzigen
Motives über die Entwicklung verschiedener Zustandsdrucke. Wesentliches Merkmal
dieser Arbeiten ist der unbändige Experimentierdrang des Künstlers.
Picasso variierte und veränderte in seiner künstlerischen Arbeit die
Motive immer wieder und unterstrich dies mit der Aussage: „Ich mache ein
Bild und zerstöre es. Und am Ende ist doch nichts verloren.“
„Diurnes“ – Picasso als Fotograf
Picassos ehrgeizigstes fotografisches
Projekt war ohne Zweifel, die Reihe der Lithografien, die „Diurnes“
(1962) betitelt wurden, die in Zusammenarbeit mit dem französischen Fotografen
André Villiers entstanden.
Villiers und Picasso kannten sich
bereits seit längerem. Fasziniert durch die Landschaft der Provence, in der
beide wohnten, entschieden sie, eine Zusammenarbeit zu beginnen. Grundlage dafür
waren die Fotografien Villiers, vornehmlich der „Picassian Fauna“
und der mythologischen Landschaften der Provence. Diese bearbeiteten sie, indem
sie die klassische Fotografie und die Technik der Fotogramme miteinander verbanden.
Die komplette Folge dieser Lithografien
ist ebenfalls Teil der Ausstellung.
„Picasso und die Frauen“
Picasso wechselte seine Gefährtinnen
mindestens so oft wie seinen Malstil. Während der frühen Jahre in Paris
lebte er mit Fernande Olivier sieben Jahre lang zusammen.
Während des 1. Weltkriegs von 1914 bis 1918 arbeitete Picasso in Rom, wo
er seine erste Frau kennen lernte, Olga Koklova, eine russische Balletttänzerin.
Im Jahr 1927 traf er Marie Thérèse Walther, die damals 17 Jahre
alt war und begann mit ihr ein Verhältnis. 1936 trat eine weitere Frau, Dora
Maar - eine Fotografin - in sein Leben.
Im Jahr 1943 lernte er die junge Malerin Francoise Gilot kennen. Aus dieser Verbindung
stammen das 3. und 4. Kind Picassos, Claude (1947) und Paloma (1949), dessen Kinderbildnis
eines der Highlights in der Ausstellung im Haus der Insel ist.
Seine letzte Gefährtin war Jacqueline Roque, die er 1953 kennen lernte und
1961 heiratete. Mehrere Porträts von ihr sind ebenfalls in der Präsentation
zu sehen.
Darüber hinaus sind einige seiner
erotischen Radierungen zu sehen, welche er in einer fast rauschhaften Energie-
und Kreativleistung in seiner legendären Folge der „Suite 347“
im Jahre 1968 geschaffen hat.
Pablo Picasso gilt als einer der populärsten Künstler des 20. Jahrhunderts.
Als Maler, Bildhauer und Vater des Kubismus wurde er weltberühmt.
Eine Zusammenstellung von Originalplakaten,
die der Meister für die französische Friedensbewegung geschaffen hat,
sowie zahlreiche Radierungen, Briefmarken und Originalkataloge runden die ausführliche
Exposition ab.
Zur Ausstellung „Picasso auf Langeoog“ werden täglich um 12.00
Uhr Turnusführungen für Erwachsene durch die Kunst Picassos angeboten.
Darüber hinaus finden in den Monaten Juni, Juli und August zweimal in der
Woche Kinderführungen statt, die auch den Jüngsten die Welt Picassos
näher bringen wird.
In begleitenden Workshops haben Kinder im Alter von 6 bis 10 Jahren in den Sommermonaten
die Möglichkeit an Kinderworkshops teilzunehmen, die sie in die Welt Picassos
und andere berühmte Künstler der 20. Jahrhunderts eintauchen lässt
(weitere Infos zu den Workshops: Spöölstuv unter 04972 – 69 32
36).
|