Salvador Dalí - Dandy, Genie und
Provokateur
"Im Alter von sechs Jahren wollte ich Köchin
sein. Mit Sieben Napoléon. Und mein Ehrgeiz
ist seither stetig gewachsen ebenso wie mein
Größenwahn."
(The secret life of Salvador Dalí, 1942)
Ob Genie oder Wahn: Salvador Dalí ist
einer der größten Maler des 20. Jahrhunderts.
Hinter der Selbstinszenierung als
provokanter Exzentriker steht ein
Lebenswerk mit einem viel breiteren
Spektrum:
Grafik, Bildhauerei, Objektkunst, Film,
Bühnenbild, Schmuck, Illustrationen der
Weltliteratur, eigene Schriften... - ein
Universalgenie, das in der Ausstellung mit
über 400 Exponaten vorgestellt wird. Dalí - der Bildhauer - arbeitet keineswegs
mit Hammer und Meißel mühevoll an einem
Marmorblock. Die Dreidimensionalität
entdeckt Dalí während seiner
surrealistischen Phase der 30er Jahre im
Modellieren von Gips, Wachs oder Ton.
Formbare Massen, die dem Freiheitsdrang
und der Symbolsprache des katalanischen
Surrealisten entgegenkommen.
Und: Nach dem Abguss in Bronze erhärtet das
weiche Material. Hier verwirklicht sich für Dalí der
tiefenpsychologische Ansatz vom scheinbaren Gegensatz harter
und weicher Formen. Wie Sigmund Freud sucht Dalí in den Werken
der klassischen Kunst die Welt des Unterbewussten.
Ganz im Sinne seiner paranoisch-kritischen Methode setzt Dalí die
Themen seiner Malerei auch in der Bildhauerei um: Das bekannte
religiös-mystische Gemälde Der Christus des heiligen Johannes vom
Kreuz entsteht in Dalís Schaffensphase der nuklearen Mystik in den
50er Jahren und geht als Kreuzigungsdarstellung in sein späteres
plastisches Werk ein. Die Ausstellung umfasst Radierungen, Lithografien, Holzschnitte und
gemischte Techniken. Originale, die von Albert Field, Direktor des Dalí-
Archivs in New York, über 40 Jahre dokumentiert und in dem gleichnamigen Werkverzeicnis festgehalten wurden. Dalí zählt zu den größten Illustratoren der
Kunstgeschichte, wie es auch nicht zuletzt
seine Buchillustrationen, etwa zu Dantes
Göttlicher Komödie oder zu Cervantes
Roman Don Quijote, zeigen. Eine der
letzten Arbeiten Dalís ist das Werk Los
Caprichos de Goya de Salvador Dalí.
Während Dalí in der Göttlichen Komödie
konkrete Erzählmotive der Gesänge selbst
in seine fantastische Bildsprache
umsetzt, überarbeitet er die Caprichos
Francisco de Goyas mittels Kaltnadel und
Aquatinta mit irrationalen, erotischen,
dalinesken Elementen. Weiche Uhren, brennende Giraffen, dünne
Elefantenbeine, ein visionäres Schauspiel
für das Auge und die eigene Fantasie.
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Anfahrt:
Aus Richtung Süden / Wesertunnel
B 212 rechts in die Großensieler Straße, dann links in den
Mittelweg. Nach ca. 1,5 Kilometern rechts in die Bahnhofstraße,
dann entweder links in die Jahnstraße (nach ca. 400 Metern Parkplätze) oder links in die Poststraße (Zufahrt zur Tiefgarage bzw.
zu den Parkflächen am Marktplatz). Überquerung des Marktplatzes
nach Osten, durch die Marktpassage, an deren Ende liegt das
Woolworth-Kaufhaus.
Aus Richtung Norden / Weserfähre, Butjadingen
B 212 links in die Atenser Allee, im Verkehrskreisel die dritte
Ausfahrt in die Bahnhofstraße. Nach ca. 1 Kilometer links
(weiter siehe oben)
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